Aus­län­di­sche Influ­en­cer:
Quel­len­steu­er und
Künst­ler­so­zi­al­kas­se?

Hin­ter­grund

Das Geschäfts­mo­dell vie­ler Unter­neh­men erfor­dert inten­si­ves Mar­ke­ting mit Online-Wer­bung in sozia­len Netz­wer­ken. Hier­für wer­den zumeist bekann­te Gesich­ter“ als Influ­en­cer oder Tes­ti­mo­ni­als ein­ge­setzt. Denn Influ­en­cer bewer­ben Pro­duk­te nach den Vor­ga­ben des Auf­trag­ge­bers in den Social-Media-Accounts der Influ­en­cer. Die ver­trag­li­chen Grund­la­gen sehen regel­mä­ßig eine exklu­si­ve Über­las­sung der Urhe­ber- und Nut­zungs­rech­te vor. 

Frag­lich ist, ob die von den steuer“-ausländischen Influ­en­cern erbrach­ten Leis­tun­gen im Zusam­men­hang mit erstell­ten und ver­brei­te­ten Postings dem Quel­len­steu­er­ab­zug nach § 50a EStG unter­lie­gen (15 %). Dar­über hin­aus ver­tritt die Künst­ler­so­zi­al­kas­se (KSK) ver­stärkt die Auf­fas­sung, dass die Auf­wen­dun­gen für (in- und aus­län­di­sche) Influ­en­cer unter die­se Abga­be­pflicht fal­len (für 2019: 4,20 %).

Die zu beur­tei­len­den Rechts­fra­gen sind bis­her von der Recht­spre­chung nicht geklärt, eine abschlie­ßen­de rechts­si­che­re Beur­tei­lung daher der­zeit nicht mög­lich. Es besteht aber Hand­lungs­be­darf, da es sich hin­sicht­lich der Quel­len­steu­er um eine Abzugs- und der Künst­ler­so­zi­al­ab­ga­be um eine Abga­be­pflicht des Auf­trags­ge­bers mit per­sön­li­cher Haf­tung für den Geschäfts­füh­rer handelt.

Pra­xis­hin­weis

Es spre­chen aus unse­rer Sicht gute Grün­de dafür, die Mar­ke­ting­leis­tung der Influ­en­cer als rei­ne Wer­be­leis­tung und nicht als eine künst­le­ri­sche Leis­tung anzu­se­hen. Ob die erkenn­bar ande­re Auf­fas­sung der KSK Bestand haben wird, wer­den die Gerich­te ent­schei­den. Von der Fra­ge, ob die grund­sätz­lich Quel­len­steu­er aus­lö­sen­de Urhe­ber- und Nut­zungs­rech­te­über­las­sung von unter­ge­ord­ne­ter Bedeu­tung ist, wird abhän­gen, ob ein gerin­ger Teil der Ver­gü­tung der Quel­len­steu­er unterliegt.

In jedem Fall ist eine detail­lier­te steu­er­recht­li­che Prü­fung auch für zurück­lie­gen­de Jah­re und der ver­trag­li­chen Grund­la­gen zu emp­feh­len. Dar­über hin­aus erscheint eine Abstim­mung mit den Finanz­be­hör­den (hier Bun­des­zen­tral­amt für Steu­ern) sinn­voll. Ziel ist eine Eini­gung mit dem Bun­des­zen­tral­amt für Steu­ern zum ob“ der Quel­len­steu­er, zu deren Höhe und zur Abwicklung. 

Fer­ner erscheint eine Abstim­mung mit der KSK zur etwaig anfal­len­den Künst­ler­so­zi­al­ab­ga­be sinn­voll, um nicht ange­mel­de­te Abga­ben und damit ver­bun­de­ne Buß­gel­der und Säum­nis­zu­schlä­ge zu vermeiden.

Ansprechpartner


Patrick Scheinpflug

Geschäftsführer
Wirtschaftsprüfer, Steuerberater

Telefon: +49 341 217 859-70

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